Religion und Spiritualität

Die Zeit ist reif !!!!
Im folgenden soll das Verhältnis von Spiritualität und Religiosität näher betrachtet werden. Viele Menschen „unterscheiden schroff zwischen Religion, für die sie Verachtung empfinden, und Spiritualität, die der Königsweg zu Authentizität, Freiheit und Kreativität ist“, ( Saeger, 1998, S. 248 )
Beachtenswert ist, dass bei Umfragen die Aussage, dass sie spirituell sind am häufigsten bei Akademikern und jüngeren Menschen vorkommt, also scheinbar etwas mit dem Alter und der Bildung zu tun hat.Vor allem in der jetzigen Zeitepoche zeigt sich ein zunehmender Wunsch nach Spiritualität, der sich mehr und mehr ausbreitet.
Menschen die sich als spirituell bezeichnen besuchen Gottesdienste kaum, beten selten und sind christlichen Glaubensinhalten gegenüber reservierter. Sie bezeichnen sich oft als Suchende, empfinden die Religion als dogmatisch einengend und zweifeln an den Inhalten. ( Hay&Hunt ,2000 ) Man könnte fast sagen sie haben die Märchen von Jesus als Erlöser,die Bibel mit ihrem neurotischen jüdischen Gott durchschaut,
und finden darin keine befriedigende Antworten mehr.
Ebenso hat es sich unter spirituellen Menschen herumgesprochen, dass die Kirche lediglich eine nach weltlicher Macht strebende Organisation ist, die durch Konstantin im Konzil zu Nizäa 325 gegründet wurde. Weiterhin sind viele jüngere Menschen aufgeklärt über die Blutspur dieser politischen Organisation, die bis heute eine ungeheure weltliche Macht geworden ist und durch eine kluge innere Struktur die Zeitalter , Regierungen, Weltkriege überstanden hat. Das Produkt das diese Organisation verkauft heisst „ Glaube, Schuld ( mea maxima culpa ), Minderwert, Gehorsam ….das Paradies im Jenseits“.
Das gefährlich an Religionen ist daher vor allem der exklusive Wahrheitsanspruch, die Reglementierung und Einschränkung denen die Gläubigen unterworfen sind. Wir können fast von einer geistigen Versklavung sprechen. Religionen binden (re-ligio) uns an Gebote, machen uns zu Sklaven und nehmen uns das Recht auf freies Denken und Handeln. Dieses Phänomen der geistigen Dogmatisierung finden wir in allen Religionen. Der in unserem Leben vorherrschende Beweggrund (Motiv), egal um welchen es sich handelt, wird automatisch zu unserer Religion und bindet uns.
Als Beispiel können wir die Wallstreet nehmen. Das goldene Kalb ist umgezogen nach New York. Der vorherrschende Beweggrund zu handeln in dieser Lebenswelt ist, Geld zu generieren und Gewinne zu machen. Das ist ihre Religion. An dieses Gebot sind sie gebunden. Ihr Gott ist der Mammon.

Daher werden immer mehr Menschen individuelle spirituelle Wege suchen, die Anschluss an ‚wissenschaftlichen Erkenntnissen‘ haben ( F. Capra; Quanten ), die innovativ sind, befreiend und offen, die praktisch im Alltag anwendbar sind. Der moderne aufgeklärte Mensch möchte nicht auf das Jenseits vertröstet werden sondern im Hier und Jetzt gut leben. Dabei kann ihm eine spirituelle Einstellung zum Leben behilflich sein. Jeder Mensch, der mit einem leidenden Tier mitfühlt, ist spirituell, jeder Mensch der die Natur liebt, sich um seine Mitmenschen und seine Umwelt sorgt,ist spirituell.
Nur er weiß es nicht, weil er seine Empfindungen der Religion zuordnet! Was ihm fehlt diesem Menschen ist, eine praktische Anleitung seine Spiritualität zu erkennen und zu entwickeln. Es fehlen ihm Mittel und Methoden. Damit will ich sagen,daß Spiritualität eine praktische angewandte Wissenschaft ist, die jeder ausüben kann!
Im Deutschen Ärzteblatt ( DÄ; Jan.2015 ) wird beschrieben was damit gemeint ist.
Der Artikel „Selbstheilung als Teil der Medizin“. Von dem Benson-Henry Institut for Mind-Body-Medicine Harvard wurden in Frankreich 2001 tibetische Mönche unter Laborbedingungen experimentell untersucht.
„Wie in einer Art Winterschlaf senkten die Mönche beispielsweise durch die ‚Kraft der Gedanken‘ ihren Sauerstoff verbrauch um über 60 % oder Atmen nur noch einmal in 90 Sekunden“. ( S.19 ) Ein tibetischer Mönch produziert während der Meditation ausreichend Hitze, um nasskalte Tücher, die man in einem Kälteraum um seine Schultern gelegt hat, zu trocknen.
In einem Artikel ( DÄ)im Mai 2016 belegt eine Studie ( 1339 Patienten ) , „das ein körperorientiertes Yoga mit den zentralen Bestandteilen Asanas und Pranayama einen vielversprechenden Ansatz in der Behandlung psychischer Störungen darstellt“.
Die Effekte von Yoga auf das endokrine System, das Nervensystem und die körperliche Gesundheit sind mittlerweile gut dokumentiert.
Für die tibetischen, hinduistischen Mönche ist Religion nichts erdachtes, sondern eine praktische Angelegenheit die zur spirituellen Entwicklung führt. Achtsamkeit,Konzentration,Atmung usw. kann jeder erlernen, ganz unabhängig davon welcher Religion oder Kultur er angehört. Es darf jedoch kein Zwangssystem werden, da jeder Mensch ein Individuum ist und es sonst wieder zur Religion wird, zu einem starren Dogma.
Zum Verhältnis von Religion und Spiritualität können wir sagen. Religion ist eine ‚erstarrte Form‘ der Spiritualität. Die Spiritualität wie sie in den Veden, Upanischaden, der Bhagavadgita beschrieben sind, kann als die Quelle aller Religionen bezeichnet werden, die sich je nach Kultur, Umwelt, Klima geformt haben. Spiritualität ist daher das ‚universale Prinzip’ aller Religionen und kann unabhängig von kultureller Zugehörigkeit von jedem Menschen angewandt werden.
Um dies noch etwas zu verdeutlichen:
Spiritualität ist eine angeborene, kulturunabhängige Qualität jedes Menschen.
– wenn du in die Augen eines Tieres blickst und du eine Verbindung spürst.
– wenn du traurig bist weil Tierarten sterben und unsere Umwelt zerstört wird.
– wenn du siehst wie Tierarten sich gegenseitig helfen und unterstützen und du Freude empfindest.
– wenn du Mitgefühl empfindest,wenn Menschen leiden und ungerecht behandelt werden.
– wenn du ein Empfinden für Gerechtigkeit bewahrt hast, in die Augen eines Babys siehst und Glück  empfindest, wenn es dir schlecht wird, wenn du die Massentierhaltung siehst…usw.
– ::dann bist du spirituell !!!!::

Vor allen Religionen steht, die dem Menschen angeborene Spiritualität als ein universales Prinzip.

Die C-Parteien haben ihre Werte verkauft (Menschenhandel-Asyl , Waffenhandel-Krieg, Privatisierung-Enteignung, Geldsystem-Ausbeutung usw.) und haben sich selbst entwertet.
Es ist daher die Aufgabe der Violetten gesellschaftliches Bewusstsein zu schaffen für alle die Menschen, die ihre Beziehung zu ihrer Umwelt bewahrt haben. Es gilt gesellschaftliche Sozialräume zu erschaffen in der jeder, der will, sein Bedürfnis nach Spiritualität entwickeln kann. Spiritualität führt zu einem klaren Denken und Handeln, stärkt den Selbstwert und die Gesundheit, entwickelt die ‚unterscheidende Intelligenz‘ und führt zu einem bewussteren und erfüllterem Leben. Hierfür setzen sich die Violetten ein.
Die Zeit ist reif !!!!

Bucher,A: Psychologie der Spiritualität; Beltz 2014
P.Yogananda: Religion als Wissenschaft; O.W. Barth 1966;
Henry V. Reyna: Astrologie und Psychotherapie – Wesens und Daseinsanalyse
Amazon. com;  Richard Elliot Friedman: „Wer schrieb die Bibel“

von Henry V. Reyna M.A./P.P.

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Kommentare (2)

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  1. Spiritualität ist nicht angeboren, sondern kann durch Bewusstseinsentwicklung erlebt werden. S. Freud hat die Gläubigen als infantil bezeichnet und hat die kindlichen Merkmale der Gläubigen genannt, hat aber übersehen, dass er sich in der pubertären Phase bafand; die spirituelle Entwicklung (das Erwachsenwerden)war ihm nicht bekannt. Rudolf Steiner (Deutschland, ca.1917), das Komitee zur Überwindung der materialistischen Weltanschauung (Schweiz, 1972) und Ken Wilber (USA, 1981) haben diese 3 Phasenen der Bewusstseinsentwicklung unabhängig voneinander erkannt und beschrieben:
    Rudolf Steiner: Empfindungsseele – Verstandesseele – Bewusstseinsseele;
    Komitee z. Ü. d. m. W.: gläubig – materialistisch – spirituell;
    Ken Wilber: prärational – rational – transrational,
    er hat jede der 3 Bewusstseinsphasen aus 3 Unterphasen bestehend beschrieben.

  2. vorstandbw sagt:

    Lieber Friedhelm,
    schön dass du daran erinnerst, das wir eine lange spirituelle deutsche Tradition haben. Angefangen bei Meister Eckhart, Thomas von Kempen,Angelos Silesius, Jakob Böhme,Jakob Lorber, Goethe,Rudolf Steiner, Karlfried Graf Dürkheim und alle in dieser Tradition stehenden Geisteswissenschaftler.
    Wir stehen daher in der Tradition der philosophischen Anthropologie, die den Menschen als körperlich-seelisch-geistiges Wesen betrachtet. Im Gegensatz zur rein naturwissenschaftlichen Sicht, die den Menschen auf einen bio-chemischen Organismus reduziert.
    Vor allem Goethe, Steiner waren es, die uns aufzeigen welche Potentiale in jedem Menschen stecken, wenn er bereit ist diese zu entwickeln.
    “ Gleich sei keiner dem Anderen, doch gleich sei jeder dem Höchsten. Wie das zu machen? Es sei ein jeder vollendet in sich.“ ( Goethe )

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