Spiritualität und Gesellschaft

„Spiritualität die nicht in den Alltag führt, ist ein Irrweg“.**

Es ist die Partei der Violetten, die sich als erste Partei Deutschlands, dem Menschheitsphänomen der Spiritualität zuwendet und darin einen politischen Wert erkennt, der unbedingt einen Raum in der politischen Landschaft benötigt.
Der Begriff der „Spiritualität“ hat in den letzten Jahren eine atemberaubende Karriere gemacht. Die Erforschung spiritueller Phänomene explodierte förmlich seit der Jahrhundertwende und
durchdringt seither fast alle Bereiche der Lebenswelt. Insbesondere in der Medizin, Krankenpflege, Psychotherapie, Arbeitsplatz,Erziehung usw.
(Grom, 2011,12; Miller 2012;McSherry 2006;Frick&Roser 2011; Bucher 2008; Giacalone & Jurkiewicz 2005; Beauregard & O’Leary 2007; Wade 2004).

Die Partei der Violetten sieht daher ihre Aufgabe darin, die Bevölkerung für den Bereich der Transzendenz, Sinn, Seele….
zu sensibilisieren und in die Gestaltung ihrer Lebenswelt mit einzubinden.
Da der Begriff der „Spiritualität“ gesellschaftspolitisch nicht eindeutig geklärt ist,sondern,bisher nur im Bereich der Forschung seine Anwendung gefunden hat,bedarf es einer gesellschaftspolitischen Klärung um Missverständnisse auszuschließen und einen gesellschaftspolitischen Konsens zu erreichen.
Der Begriff der „Spiritualität“ leitet sich vom lateinischen „spiritus“ ab. Er bedeutet soviel wie „Luft“, „Hauch“ auch „Atem“ und „Atmen“. Dies erinnert an den Lebenshauch, der Adam in die Nase eingehaucht wurde. Der Ursprung dieser Symbolik findet sich in den wohl ältesten Schriften der Menschheit den
„Upanischaden“. Alle Schöpfungsmythen der Menschheit haben im „Arkanum des Veda“ ihren Ursprung.

Das enorme Interesse an dem Thema Spirtitualität in den letzten Jahren hat seine Vorläufer sowohl in der Humanistischen und Transpersonalen Psychologie, als auch in der Enttraditionalisierung und Individualisierung die seit den 1970’ern sich zunehmend ausbreitet. Durch die Entwicklung der Luftfahrt gibt es Berührung mit anderen Kulturen rund um die Welt.
Zur derzeitigen Popularität der Spiritualität tragen vor allem
Forschungsberichte bei, die die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen nachweisen können. Hinzu kommt, das die Naturwissenschaftler Evidenz für die Realität des Spirituellen lieferten. Darunter Quantenphysiker,Neuropsychologen,Mediziner.
( Görnitz 2007; Goswami 2007; Newberg,d’Aquili & Rause 2003; O’Leary 2007 ).

„ Wir sind nicht menschliche Wesen, die spirituelle Erfahrungen haben,sondern vielmehr geistige Wesen,die menschliche Erfahrungen machen. ( Teilhard de Chardin )

König,King & Carson 2012, belegen in ihrer Studie die günstigen Aspekte der Spiritualität und sehen sie als ‚vierte Dimension der Gesundheit‘. ( Bucher,2014 )

– spirituelle Praktiken und Einstellungen verlängern die Lebensdauer.
– mindern das Risiko von Krankheiten
– stärken das Immunsystem
– reduzieren Stress
– erhöhen das Wohlbefinden
– ist am Arbeitsplatz förderlich
– stärkt Familienbindungen

Allein diese Studie zeigt eine gesellschaftspolitische Relevanz, die für die politisch Verantwortlichen von großer Bedeutung sein muss. (GG Art.2,2 sowie §2 Abs.1 SGB V)
Alle Sozialpolitischen Bereiche werden hier berührt.

In den naturwissenschaftlichen Disziplinen haben sich die letzten Jahre Messinstrumente entwickelt, die im persönlichen Bereich als Selbstbewusstsein, Lebensinn,Innerer Friede,Sinn für Identität und Freude am Leben definiert werden. Hier vor allem die Studie von De Jager Meezenbrock ( 2012 ).
Der Begriff Spiritualität wird daher zu einer eigenständigen Persönlichkeitsdimension die in Verbindung mit innerem Glück gebracht wird. ( Gomez/Fisher 2003 )
Wir haben es daher, wenn wir den Begriff der Spiritualität verwenden, mit einem ernsthaften Element des menschlichen Daseins zu tun. Die Studien hier im einzelnen zu besprechen würde den Rahmen sprengen.

Im weiteren wird es notwendig die Begriffe Spiritualität und Religion mit einander in Beziehung zu bringen. Hierbei sollen Gegensätze oder Gemeinsamkeiten erarbeitet werden.
“ “ Wohin immer ich blicke,sehe ich die Menschen im Namen der Religion streiten …….“ Ramakrishna

Erich Fromm (1989) differenziert in seiner Schrift Psychoanalyse und Religion zwischen einer „biophilen“ Religiosität und einer „nekrophilen“ Religiosität. Als „biophil“ bezeichnet er ein Religiosität die, das Leben liebt,Freiheit vermehrt,soziale Schranken niederreißt. Hierzu zählt er die frühe Jesusbewegung,
den Zen-Buddhismus.
Als „nekrophil“ bezeichnet er den religiösen Dogmatismus, Ritualismus,Reliquienkult,Menschen zu entmündigen,Andersgläubige ausgrenzen,ja vernichten ( Inquisition ). Doch auch in der Spiritualität sieht er gefahren. Nicht alle Varianten tun dem Menschen gut.
Neueste Forschung gehen davon aus, dass Spiritualität eine angeborene menschliche Qualität ist. Religiosität aber eine
dogmatisch aufgezwungene kulturelle Dimension hat, die vorwiegend auf „Glaubenssystemen“ beruht. Spiritualität hingegen
kann als eine Wissenschaft bezeichnet werden die auf „Erfahrung“
beruht. Das Erkenntniswerkzeug der Spiritualität ist die Wahrnehmung. Spiritualität verweist auf ein universelles Prinzip
das in allen Religionen ruht. Spirituelle Entwicklung -richtig angewendet- bezieht sich nicht nur auf eine spezielle Gruppe Auserwählter, sondern schließ die Mitwelt,Natur,Kosmos mit ein.
Fördert ebenso die Selbstverwirklichung und Selbsttranszendenz.

Religionen sind daher teilweise begrenzte menschliche Glaubenssysteme, die die zugrunde liegende Spiritualität der verschiedenen Religionen nicht erkennt. Dieser Mangel führt bis
heute zu großem menschlichen Leid.
Zum Schluss bleibt zu sagen, dass wie in allen Bereichen des menschlichen Daseins, in der Anwendung spiritueller Methoden,
sich auch ein Mißbrauch nicht ausschließen lässt. Wir kennen hier zahlreiche Beispiele von selbst ernannten Gurus,Schamanen,
Heilern usw. Bucher spricht hier von einem „spirituellen Materialismus“, der darin besteht,mit spirituellen Techniken bloß die Egozentrik zu stärken und sich von der alltäglichen,banalen Realität abzukoppeln. Eine weitere Gefahr ist wenn Menschen in Abhängigkeit gebracht werden, entmündigt, infantilisiert und materiell ausgebeutet werden.

Bucher,A.: „Psycholgie der Spiritualität, Beltz 2014“
Paramahansa Yogananda:“Religion als Wissenschaft,O.W.Barth 1996“

von Henry V. Reyna M.A./P.P.

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Kommentare (1)

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  1. Helga sagt:

    Spiritualität bedeutet, den Seelenweg zu gehen.
    Den Weg nach innen.
    Es geht darum, unsere Seelen zu heilen und selbst wieder zu gesunden. Wir selbst, unsere Beziehungen zu anderen Menschen; usw.
    Nur eine gesunde Seele wohnt in einem gesunden Körper.

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